Gartenpflege  Birgit Mayer, Dipl.-Ing. (FH)
Ich pflege Ihren Garten - fachgerecht, zuverlässig, preiswert.

Im allgemeinen versteht man unter dem Begriff biologischer Pflanzenschutz - im Gegensatz zum chemischen Pflanzenschutz - den Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel und die Anwendung von pflanzlichen Gieß- und Spritzmitteln für den Garten. Eines der Hauptprinzipien im biologischen Gartenbau ist es, das Gleichgewicht der Natur nicht durch drastische Eingriffe zu stören. Wer pflanzliche Spritzmittel verwendet, vorbeugend ebenso wie bei akutem Befall, handelt nach diesem Grundsatz. Die Wirkstoffe der Kräuter können Schädlinge abschrecken und vertreiben, in Einzelfällen auch töten. Tabakbrühe etwa enthält Nikotin, eines der stärksten bekannten natürlichen Gifte. Es sind jedoch immer Stoffe aus der Natur, die schnell und rückstandslos abgebaut werden können, sich weder im Boden noch in Pflanzen oder Tieren anreichern und darum die Umwelt nicht belasten. Weil sie aber so schnell und problemlos in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden, hält die Wirkung nicht lange an und man muss öfter spritzen. Das aber erfordert mehr Arbeitsgänge und eine größere Menge an Spritzbrühe.

Hier möchte ich Ihnen zwei biologische Mittel nennen, die Sie einfach herstellen können, und die gegen viele Parasiten bzw. Pilze wirksam sind.

Spritzmittel gegen Parasiten:

1 EL Schmierseife oder Kernseifenflocken, in 1 l heißem Wasser gelöst, dazu 1 Spritzer Petroleum oder 1 TL Spiritus ergibt eine Spritzbrühe, die gegen zahlreiche Parasiten wirkt, die äußerlich an den Pflanzen saugen oder fressen, z.B. Blattläuse oder Spinnmilben. Es ist wichtig, dass Sie wirklich Seife, und nicht Geschirrspülmittel verwenden. Spülmittel enthält Tenside, die oft nur zu 95 oder 98% biologisch abbaubar sind, während reine Seife schnell und zu 100% biologisch abgebaut wird. Außerdem ist Seife wirksamer. Ebenso kann man Kaliumseife nehmen, wie sie im Weinbau verwendet wird.

Spritzmittel gegen Pilzbefall:

  • Wenn es sich um einen Pilz auf der Pflanze handelt, z. B. Mehltau, helfen viele Mittel, die den ph-Wert verändern, z.B. Kochsalz oder doppelt kohlensaueres Natron, im Handel als Kaisernatron oder Mehltausalz erhältlich, jeweils 10 g auf 1 l Wasser.
  • Zur Vorbeugung helfen Spritzungen mit Lebermoosextrakt, die allerdings 14-tägig wiederholt werden sollten.
  • Pilze im Boden bzw. an den Pflanzenwurzeln sind schwer zu bekämpfen, weil sich die Pilzfäden häufig sehr weit ausdehnen. Hier hilft leider oft nur ein großzügiger Bodenaustausch und eine Neupflanzung. Zur Unterstützung kann man mit Effektiven Mikroorganismen behandeln.


Mittlerweile gibt es im Handel allerlei gebrauchsfertige Spritzmittel für die Anwendung in Kleingärten. Sie sind heutzutage in der Regel sanfter als die Spritzmittel, die nur für die Landwirtschaft zugelassen sind. Gegen Läuse gibt es z.B. Pyrethrum-haltige Mittel, ein Insektengift, welches aus Chrysanthemen gewonnen wird. Gegen Pilze gibt es einen Wirkstoff aus Braunalgen, der, rechtzeitig vorbeugend angewendet, gut wirkt.

Sehr wirksam und ökologisch verträglich ist die biologische Schädlingsbekämpfung durch den gezielten Einsatz von lebenden Nützlingen, z.B. gegen Dickmaulrüssler oder Blattläuse. Auch der Buchsbaumzünsler lässt sich inzwischen gut biologisch mit einem Bazillus bekämpfen.

Trotzdem sollte man sich einen kritischen Blick bewahren, denn immer noch sind auch ökologisch bedenkliche Substanzen ohne weiteres zugelassen, unter anderem z.B. das hochwirksame Totalherbizid Glyphosat, welches unter dem Namen Roundup, Vorox und anderen Handelsnamen erhältlich ist. Der Einsatz von Glyphosat ist in der grünen Branche noch vielfach üblich und wird immer wieder - auch aus Unwissenheit - stark verharmlost. Immerhin wurde die Anwendung von Glyphosat in einigen Bundesländern bereits verboten und einige Baumärkte haben dieses Pestizid freiwillig aus ihrem Sortiment genommen. Diese Herbizide sind übrigens schon seit Jahren für die Anwendung auf befestigten Flächen grundsätzlich nicht zugelassen. 

Krankheiten und Parasiten befallen in erster Linie schwache Pflanzen. Deshalb gehören zum biologischen Pflanzenschutz auch allerlei Maßnahmen, die darauf abzielen, dass die Pflanzen sich gut entwickeln können und gesund und kräftig sind. Dazu gehören die richtige Arten- und Sortenwahl, genügend Platz und Licht, ein guter Boden und eine ausreichende Versorgung mit Wasser und Nährstoffen. Bei vielen Gehölzen, vor allem bei Rosen, Beerensträuchern und Obstbäumen trägt ein regelmäßiger, fachgerecht ausgeführter Schnitt und ein Pflanzenaufbau, der viel Luft und Licht in die Krone lässt, zur Gesunderhaltung bei.


Zuletzt bleibt noch anzumerken, dass nicht jede Infektion bekämpft werden muss. Mit vielen Infektionen werden die Pflanzen durchaus selbst fertig, vor allem, wenn nur ein leichter Befall vorliegt. So kann es genügen, bei Pilzbefall rechtzeitig die erkrankten Zweige bis ins gesunde Gewebe hinein zurückzuschneiden oder durch das saubere Aufnehmen von infiziertem Laub im Herbst einer Neuinfektion im Frühjahr vorzubeugen.


Zur Vertiefung empfehle ich Ihnen die folgende Veröffentlichung:

Pflanzensaft gibt Pflanzen Kraft
,
pflanzliche Gieß- und Spritzmittel für den Garten

herausgegeben von der Abtei zur HL. Maria, Postfach 1126, D-36001 Fulda

Kann im Buchhandel oder direkt in der Abtei bestellt werden.
Knapp, aber dabei umfassend, verständlich, übersichtlich, preiswert.